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Die Gemeinde Jade

Wer im Atlas die Gemeinde Jade sucht, sollte die Regionalseite aufschlagen; da, wo die Jader "Vororte" Oldenburg, Varel und Wilhelmshaven zu sehen sind. Oder kennen Sie das Länderdreieck Friesland - Ammerland, - Wesermarsch ? Ja? Gratuliere, dann wissen Sie, wo Jade liegt! Schnell ist man da, fährt parallel zur Bahnlinie Oldenburg - Wilhelmshaven auf der Autobahn A29 und gelangt an die Abfahrt Jaderberg. Noch drei Kilometer, vorbei an Marschweiden und man ist in Jaderberg, dem größten Ortsteil der Gemeinde Jade. Lieben Sie es beschaulicher? Dann wählen Sie aus der fahrbaren Palette von Pferd bis Auto aus und fahren auf der alten Bundesstraße B69, heute L29, von der Parklandschaft des ammerländischen Rastede kommend Richtung friesländischem Varel. Spätestens jetzt werden Sie von den großen Schildern überzeugt, zum weithin bekannten Jaderpark in die Wesermarsch zu lenken, und schon sind Sie in Jaderberg.

Wer es ganz eilig hat und mit einem ein- oder zweipropellerigen Flieger von den nahen Flugplätzen Schweiburg, Mariensiel oder
Hatten aufsteigt und die Region aus der Spielzeugperspektive sieht, erblickt den nahen Jadebusen, welcher durch das Flüsschen Jade süßwassergespeist nach ihm benannt wurde.

Doch damit nicht genug: die schöne Residenz- und Regionalhauptstadt Oldenburg, die lichterglänzende "Silberschale" des
Bad Zwischenahner Meeres, das fürstliche Jever, das maritime Wilhelmshaven, die Weserflusslandschaft mit den Orten Berne, Elsfleth, Brake, Rodenkirchen, Nordenham, Butjadingen bis hin zur Seestadt Bremerhaven, alles scheint im Rundblick aus 700 m Höhe greifbar nah - und "mittendrin" in diesem, von kleinen versprenkelten Waldstücken durchzogenen "Oldenburger Land" liegt Jade, mit seinem Strandbad Sehestedt und dem einzigartigen "schwimmenden Moor" als Teil des nahen Wattenmeeres. Man riecht und atmet die frische, gesunde, jodhaltige Meeresluft. Man spürt förmlich die wechselvolle Geschichte vom Kampf gegen das Meer, vom Deichbau und der relativen Sicherheit heute. Und manchmal meint man, das dem offenen Gesichtsausdruck der Menschen ansehen zu können. Die Älteren können noch von der Angst der Vergangenheit berichten. Möge die Angst dem Vertrauen in die Zukunft weichen, ohne dass wir den Blick auf die Geschichte verlieren. Nehmen und Geben zwischen der Einheit "Meer, Natur und Mensch" wird hier deutlich und offenbar.

Wer fremd ist und zu schnell durch diese 94 qkm große Gemeinde fährt, ist selber schuld. Man sieht nicht die schmucken Fachwerkhäuser mit ihren hübschen Gärten, weiß nichts von den großen Neubaugebieten, wo ein Grundstück zu angemessenen Preisen zu bekommen ist, sieht weder die großartig renovierte und mit Bauernmalerei gezierte Jader Kirche mit ihrer prachtvollen Busch-Orgel, sieht weder den Schützenfestumzug noch die galoppierenden Pferde des Reitvereins, hört nicht die Wasserorgelmusik der
Freiwilligen Feuerwehr Jade, plaudert nicht mit Bekannten, wärmt sich nicht am Osterfeuer und staunt nicht über das Höhenfeuerwerk am sternklaren Abendhimmel, hat keine Zeit einzukehren in die gemütlichen Landgasthöfe, wo Kenner sich nach langer Radtour deftig stärken können; er fährt vorbei an den großen, teils herrschaftlichen Marsch-Bauernhöfen, deren Milch in den nahen industriellen Großmolkereien und Käsereien verarbeitet wird; er fährt vorbei an Höfen, die mit ihren meist pappelbestandenen langen Auffahrten das Landschaftsbild seit Jahrhunderten prägen; er hat nicht teil am Lachen und Tanzen von heute auf den großen Festen wie Turnerball, Karnevalsball der Feuerwehr oder Sängerfesten des Gemischten Chores. Und, wenn er den Blick nach oben werfen würde, sähe er die Graureiher des heimischen Horstes unter den massiv sich ballenden Haufenwolken auf Beuteflug. Und er kennt nicht den Spaziergang am Deich, der den Blick in die Ferne ermöglicht, wo Himmel und Wasser sich zu berühren scheinen. Reisender, halten Sie doch mal an, und lassen sich von den freundlichen Menschen auf Plattdeutsch den Weg erklären - ein Erlebnis besonderer Art.

Über 6000 Menschen in Jade können nicht irren, wenn sie sagen, hier ist mein Heimatort, hier ist es schön, hier will ich mit meiner Familie wohnen.

Auch, wenn nicht alle in den kleinen und mittelständischen Betrieben ihre Arbeitsstätte finden, so hat sich "das freundliche Dorf", wie sich Jade in der Tourismuswerbung nennt, in den letzten Jahrzehnten strukturell vom bäuerlichen Straßendorf mit seinen Reihenhöfen zur lebhaften Gemeinde mit großen Neubaugebieten entwickelt, wo immer mehr junge Familien ihr Häuschen bauen. Trecker und große Heuwagen gehören zum Straßenbild wie Kinderwagen und Spaziergänger.

Lebensmitteldiscounter und Fachgeschäfte, Kindergärten und Schulen bis hin zum Privatgymnasium sind da. Sporthallen und Leichtatlethiksportflächen stehen für vielschichtige Aktivitäten zur Verfügung. Stärker geworden ist der überregionale Transport- und Durchreiseverkehr der sich nicht zuletzt auch aus der Eröffnung des Wesertunnels ergeben hat.

In einer Region, wo die Menschen seit eh und je meeres- und naturbedingt in besonderem Maße die Notwendigkeit und die Vorteile der Gemeinschaft erkennen und nutzen, ist die Bereitschaft stärker, auch in der Freizeit Gemeinschaft zu suchen. So ist das vielschichtige norddeutsche Vereinsleben soziologisch typisch und verständlich.

Die Gemeinde Jade hat eine Größe von rund 93,55 Quadratkilometer. Sie besteht aus insgesamt 27 Bauernschaften. Die Gemeinde zählt derzeit rund 6000 Einwohner. Der größte Ort ist Jaderberg. Hier ist auch der größte Zuzug zu verzeichnen. Das Gemeindegebiet grenzt auf rund zwölf Kilometer an den Jadebusen. Das Strandbad Sehestedt und der Jaderpark in Jaderberg sind touristische Anziehungspunkte. Daneben lockt das "Schwimmende Moor" in Sehestedt, ein in Europa einzigartiges Naturschutzgebiet.

 





Telefonzentrale
04454 / 899-0
info@gemeinde-jade.de

 


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